
Newsletter Stromvertrieb 1/2010
BNetzA fördert Einführung intelligenter Zähler und variabler Tarife
Mit einem am 23. Juni veröffentlichten Positionspapier stellt die Bundesnetzagentur (BNetzA) klar, welche Mindestanforderungen Strom- und Gaszähler erfüllen müssen, um den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerzuspiegeln. Sie will den Unternehmen eine Auslegungshilfe an die Hand geben und damit die gewünschte Rechtssicherheit verschaffen, welche Zählerkosten die Bundesnetzagentur als Teil der Netzentgelte anerkennt. Die BNetzA differenziert hier zwischen regulierten und wettbewerblichen Kosten. Letztere könnten im Rahmen der Anreizregulierung nicht geltend gemacht werden.
Darüber hinaus hat die BNetzA ein Festlegungsverfahren zur Nutzung von Standardlastprofilen eröffnet. Das Verfahren hat zum Ziel, die Rahmenbedingungen für die Einführung zeitvariabler Stromtarife zu verbessern, wie sie im Zusammenhang mit dem Einbau von Smart-Metern bis zum 30.12.2010 verbindlich vorgesehen ist. Für die meisten überregionalen Stromanbieter sei das Angebot beispielsweise unterschiedlicher Tarife für Tag- und Nachtzeiten bislang uninteressant. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die heute gebräuchlichen Standardlastprofil- und Bilanzierungsverfahren noch nicht auf ein verändertes flexibleres Nutzungsverhalten der Stromabnehmer ausgerichtet seien. Auch die Vielzahl der unterschiedlichen technischen Anforderungen der Netzbetreiber sei für überregionale Stromanbieter ein Problem. Dafür wolle man bessere Rahmenbedingungen schaffen.
Das Positionspapier und die Einleitungsverfügung des Festlegungsverfahrens sind auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de zu finden. Eine aktuelle GET-AG-Analyse der Messkostenbestandteile von Netzentgelten im deutschen Strommarkt siehe unten.
Netzentgelte: Messkosten im Fokus
Wie eine aktuelle Erhebung der GET AG zu den Netzentgelten der Stromnetzbetreiber ergibt, lassen sich bezüglich der Messkosten nach wie vor beträchtliche Differenzen aufzeigen. Analysiert wurden zum Stichtag 1. Juli 2010 jeweils die Kosten für den Messstellenbetrieb, die Messung bzw. Ablesung sowie die Abrechnung bei Lieferung von Strom an Privatkunden mit klassischer Drehstrom-Eintarifzählung. Die Kostenbestandteile werden von den Netzbetreibern in der Regel getrennt veröffentlicht.
Netzentgelte Strom Haushalt
Analyse der Kosten für den Messstellenbetrieb mit Drehstrom-Eintarifzählung(Stichtag: 1. Juli 2010)

Die Karte veranschaulicht für Deutschland das Niveau des Kostenbestandteils „Messstellenbetrieb” von Entgelten in Netzen der Niederspannung (SLP-Kunden bei jährlicher Abrechnung). Gibt es mehrere Netzbetreiber pro PLZ, wird das höhere Entgelt veranschaulicht. Bundesweit bewegt sich die Spanne der Netto-Kosten laut Analyse der GET AG wie folgt:
- von ca. 1,9 Euro bis 20 Euro beim Messstellenbetrieb
- von ca. 0,6 Euro bis ca. 10,8 Euro bei Messung/Ablesung
- von ca. 1,4 bis ca. 26 Euro bei der Abrechnung.
Die Analyse der Messkosten gewinnt vor dem Hintergrund der Liberalisierung im Zähl- und Messwesen an Bedeutung, da der Wettbewerb in dieser Domäne zunehmen wird. Preisblätter, die auch abweichende Messkosten für den Einsatz von Zählern nach § 21b Abs. 3a und 3b EnWG ausweisen, werden nach Recherchen der GET AG von den Netzbetreibern allerdings noch nicht flächendeckend veröffentlicht. Mit ihren Datenbanken und Services bieten die Energiemarkt-Experten der GET AG etablierten Akteuren und potentiellen Markteinsteigern eine fundierte Grundlage für Wettbewerbsanalysen und differenzierte Kostenkalkulationen auch im Segment der Messdienstleistungen. Bundesweit recherchiert die GET AG seit Jahren neben den Tarifen und Produkten deutscher Strom- und Gasversorger auch die Entgelte der Strom- und Gasnetzbetreiber.
Sie benötigen Services oder Daten zu den Entgelten deutscher Strom- und Gasnetzbetreiber? Dann nehmen Sie Kontakt zu Marco Hollmann auf:
Tel.: 0314 / 989 808 16
E-Mail: marco.hollmann@get-ag.com
lekker Energie mit Appetit auf mehr
Der Energiedienstleister Nuon Deutschland hat nach seinem Eigentümerwechsel ab sofort auch einen neuen Namen. Die lekker Energie GmbH agiert seit Jahresbeginn unter dem Dach der ENERVIE Gruppe und steckt sich ambitionierte Wachstumsziele. Laut Dr. Thomas Mecke, Vorsitzender der Geschäftsführung der lekker Energie soll die Zahl von gegenwärtig mehr als 300.000 Strom- und Gaskunden auf eine halbe Millionen erhöht werden. „Mittelfristig will lekker Energie in allen Metropolen, in denen wir am Markt sind, die Nummer 2 hinter dem Grundversorger sein”, erklärte Mecke in einer Unternehmensmitteilung Insgesamt strebe man mit ENERVIE eine Platzierung unter den Top 15 der Energiebranche an. Aus Sicht von lekker Energie wird die Befriedigung individueller Kundenbedürfnisse über die reine Belieferung mit Energie hinaus zur zentralen Aufgabe eines Energieanbieters. „Die Energiewelt von Morgen eröffnet den Verbrauchern mehr Möglichkeiten den eigenen Energiebedarf zu beeinflussen”, so Mecke. lekker Energie will dafür intelligente Lösungen anbieten. Die Palette der Strom- und Gasprodukte bleibe bestehen, heißt es.
Kofler Energies Club gegründet
Professionelles Energiesparen will Kofler Energies auch Privat-und Gewerbekunden ermöglichen. Dafür wurde jetzt die Kofler Energies Club AG gegründet, an deren Spitze der ehemalige Yello Chef Dr. Peter Vest steht. Der Marktstart ist für den 7. Oktober 2010 geplant. Die Erwartungen sind hoch: Man wolle sich als der ADAC der deutschen Energiesparer etablieren und bis Ende 2012 eine Million Mitglieder gewinnen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Jedem Mitglied garantiert der Kofler Energies Club bereits im ersten Jahr eine Einsparung von mindestens 150 Euro - das Doppelte des jährlichen Mitgliedsbeitrages in Höhe von 75 Euro. Erreichen will man dies zum einen durch den günstigen Einkauf von Strom und Gas im Kofler Energies Effizienztarif, zum anderen durch Transparenz und intelligentes Energiemanagement.
Taunusstein am Stromnetz von ESWE
Ab dem 1. Juli wird der Betrieb des Taunussteiner Stromnetzes offiziell für die nächsten zwanzig Jahre durch die ESWE Netz GmbH als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Wiesbadener ESWE Versorgungs AG übernommen. Wie das Unternehmen aktuell mitteilte, gebe es damit für Kunden nur noch einen gemeinsamen Ansprechpartner für das Gas- und Stromnetz. Bisheriger Betreiber des Stromnetzes war die SÜWAG Netz GmbH.
