
Newsletter Stromvertrieb 8/2011
Countdown für Veröffentlichung der Netzentgelte 2012 läuft
Nur noch bis morgen haben die Netzbetreiber Zeit, die ab 2012 geltenden Netzentgelte zu veröffentlichen. Gemäß der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind die Netzbetreiber laut § 20 verpflichtet, spätestens zum 15. Oktober eines Jahres die Netznutzungsentgelte für das Folgejahr im Internet zu veröffentlichen. Falls die Entgelte noch nicht ermittelt sind, müssen die Netzbetreiber die Höhe der Entgelte veröffentlichen, die sich voraussichtlich auf Basis der für das Folgejahr geltenden Erlösobergrenze ergeben wird.
Auf und Ab bei Netzentgelten
Wie aktuelle Recherchen der GET AG zu den Netzentgelten (inklusive der einzelnen Kostenbestandteile) ergeben, ist die Mehrheit der Netzbetreiber dieser Pflicht bislang noch nicht nachgekommen. Erste Berechnungen in der Datenbank der GET AG zu den veröffentlichten Netzentgelten zeigen, dass Netzbetreiber ihre künftig geltenden Entgelte sowohl nach oben als auch nach unten angepasst haben. Für Lieferanten ergibt sich damit für 2012 in den betroffenen Netzgebieten eine veränderte Margensituation. Vor allem überregionale Anbieter sollten schon jetzt für nachhaltige Kalkulationen die veränderten Kosten im Blick haben.
Kunden der GET AG sind über die recherchierten Entgelte mit dem WatchDog Gold im VIS Online immer auf dem Laufenden: Er gibt Auskunft über den Zeitpunkt der erfolgten Anpassung von Entgelten im SLP- und rLM-Segment, den Aktualisierungsstatus in der VIS-Datenbank und gegebenenfalls die Preistendenz sowie den Informationsweg. Die betroffenen Netzbetreiber lassen sich bequem nach diversen Kriterien filtern. Veränderungen im Netzbereich werden so transparent - Trends vorhersehbar.
EEG-Umlage steigt geringfügig
Bereits heute haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) auf Basis ihrer Prognose den Wert der für 2012 geltenden EEG-Umlage veröffentlicht. Diese steigt von gegenwärtig 3,53 Ct/kWh auf 3,592 Ct/kWh. Die ÜNB haben den Wert auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter ermittelt. Dies erfolgte in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur, welche den gesetzlichen Auftrag hat, die Ermittlung, Festlegung, Veröffentlichung, Weitergabe der EEG-Umlage und die Vermarktung der EEG-Strommengen zu überwachen sowie die Anforderungen zur Vermarktung zu regeln.
Neuer Stromnetzbetreiber in Harrislee
Die Stadtwerke Flensburg GmbH wird künftig das Stromnetz in Harrislee betreiben. Wie das Unternehmen am 12. Oktober mitteilte, hatte sich die Gemeindevertretung der Flensburger Nachbargemeinde am 6. Oktober mehrheitlich für das Angebot des benachbarten Energieerzeugers ausgesprochen. Im nächsten Schritt werden die Stadtwerke Flensburg nach eigenen Angaben mit dem aktuellen Stromnetzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG, einer Tochtergesellschaft der Eon Hanse AG, über den Kauf des Harrisleer Stromnetzes verhandeln.
Münster: Stadtwerke betanken neue Transporter mit Ökostrom
Vier Transporter des Typs Mercedes Vito E-Cell ergänzen seit kurzem den Fuhrpark der Stadtwerke. Diese Nutzfahrzeuge wurden in Kooperation mit der Firma Beresa angeschafft und sollen mit Ökostrom betankt werden. „Damit bauen wir die Elektromobilität in Münster weiter aus. Wir testen die Fahrzeuge vier Jahre lang im Stadtgebiet Münster auf ihre betriebliche Alltagstauglichkeit. Von diesem Test profitiert nicht zuletzt die Umwelt, denn wir ersetzen vier alte Dieselfahrzeuge“, so Dr. Andreas Hoffknecht, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke anlässlich der Inbetriebnahme. Neben den neuen Transportern umfasst der Fuhrpark der Stadtwerke außerdem vier Elektro-Autos und vier Elektro-Roller, die allen Mitarbeitern für dienstliche Fahrten zur Verfügung stehen.
HafenCity Hamburg: Mit intelligenten Zählern zu weniger Verbrauch
Mit einem „Energiespartag“ haben die HafenCity Hamburg GmbH und der Hamburger Netzbetreiber Vattenfall Anfang Oktober einen gemeinsamen Impuls zu einem ressourcenschonenderen Energieverbrauch gegeben. Im Fokus des Projekts stehen potenzielle Energieeinsparungen in Büroräumen. Den Grundbaustein bilden nach Angaben von Vattenfall Smart Meter, die detaillierte Informationen zum Stromverbrauch liefern und, im Gegensatz zu bisherigen Zählern, den Abruf der Daten über einen längeren Zeitraum ermöglichen. Das Einsparpotenzial in der HafenCity beträgt Vattenfall zufolge allein durch organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen rund 13 Prozent des gesamten Energieverbrauchs.
Markenwechsel: stromistbillig wird grün
Die Stadtwerke Pforzheim haben ihre Eigenmarke „stromistbillig“ einem Relaunch unterzogen. Ab sofort erhalten Kunden, die das Stromprodukt „stromistgrün“ beziehen, nach Angaben der Stadtwerke Pforzheim Strom komplett aus Wasserkraft. Die Ökostromqualität werde durch ein Siegel des TÜV Süd bestätigt, heißt es weiter.
Drift und famila kooperieren
Mit einer neuartigen Kooperation im Lebensmitteleinzelhandel starteten kürzlich die Kieler Unternehmen famila und Nordland Energie: Ökostrom und Gas der Energiemarke „Drift“ gibt es ab sofort in vielen famila-Warenhäusern im Norden. Sowohl in den Warenhäusern als auch im Internet unter www.drift-famila.de können sich die Kunden über das Angebot informieren und ihren Strompreis gleich berechnen lassen.
