
Newsletter Erdgasvertrieb 8/2011
Veränderte Kostensituation in Gasnetzen ab 2012
Bis zum 15. Oktober 2011 hatten die Netzbetreiber Zeit, gemäß der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) die für 2012 ermittelten Netzentgelte zu veröffentlichen. Alternativ galt es, die Höhe der Entgelte zu publizieren, die sich voraussichtlich auf Basis der für das Folgejahr geltenden Erlösobergrenze ergeben wird. Wie aktuelle Recherchen der GET AG ergaben, sind bisher noch nicht alle Netzbetreiber dieser Veröffentlichungspflicht nachgekommen.
Erste Berechnungen zu den vorläufigen, veröffentlichten Netzentgelten in der Datenbank der GET AG zeigen, dass ebenso wie im Stromsegment auch die deutliche Mehrheit der Gasnetzbetreiber ihre künftig geltenden Entgelte nach oben oder auch nach unten angepasst hat. Während die Netznutzungskosten für die Lieferung von 20.000 kWh Erdgas an Kunden mit Standardlastprofil (Niederdruckstufe) im Netzgebiet von EnBW Gas künftig steigen, sinken sie bei gleichem Lieferfall im Gebiet der TEN Thüringer Energienetze. Für Lieferanten ergibt sich damit für 2012 in den betroffenen Netzgebieten eine veränderte Margensituation. Vor allem überregionale Anbieter sollten schon jetzt für nachhaltige Kalkulationen die veränderten Kosten im Blick haben.
Allerdings gilt für die vorläufig veröffentlichten Netzentgelte der Vorbehalt nachträglicher Änderungen bis zum 31. Dezember dieses Jahres. Kunden der GET AG sind über die recherchierten Entgelte mit dem WatchDog Gold im VIS Online immer auf dem Laufenden: Er gibt Auskunft über den Zeitpunkt der erfolgten Anpassung von Entgelten im SLP- und rLM-Segment, den Aktualisierungsstatus in der VIS-Datenbank und gegebenenfalls die Preistendenz sowie den Informationsweg. Die betroffenen Netzbetreiber lassen sich nach diversen Kriterien filtern. Veränderungen im Netzbereich werden so transparent - Trends vorhersehbar.
Vattenfall und MONTANA auf Expansionskurs
Die Unternehmen Vattenfall Europe und MONTANA sind im Gasvertrieb jetzt bundesweit aktiv. Wie beide Lieferanten Anfang Oktober mitteilten, seien Gasangebote jetzt flächendeckend in den gasversorgten Gebieten Deutschlands verfügbar. Montana startete seine Gaslieferung in 2008 zunächst in Bayern und weitete diese auf Norddeutschland aus. Vattenfall bot seine Gasprodukte nach eigenen Angaben bisher nur in Hamburg und sieben weiteren Städten an.
Markteinstieg der Klimakönner und PRÄG
Die Klimakönner GmbH ist in Deutschland in den Vertrieb von Ökogas eingestiegen. Seit Oktober 2011 bietet das Unternehmen nach eigenen Angaben Biogas an, das CO2-neutral aus organischen Reststoffen produziert werde. Kunden könnten zu 100 Prozent Biogas beziehen – wahlweise auch als Beimischung zu zehn oder 30 Prozent.
Bereits seit Juli dieses Jahres hat der Mineralölhändler PRÄG eigene Strom- und Gastarife im Portfolio. Wie es von Seiten der Unternehmensgruppe im September hieß, freue man sich über einen stetig wachsenden Zuspruch des neuen Angebots in den Vertriebsgebieten. Mit der Erweiterung des Portfolios setze PRÄG bewusst auf die zunehmende Liberalisierung der leitungsgebundenen Energiemärkte und definiere sich schon länger nicht mehr über nur einen Brennstoff wie etwa Heizöl.
Wernigerode: VERBIO sorgt für grüne Mobilität
Seit dem 1. Oktober bieten die Stadtwerke Wernigerode den neuen Biokraftstoff verbiogas an ihrer Erdgastankstelle an. Die VERBIO AG als Partner und Lieferant der Stadtwerke produziert verbiogas aus Reststoffen der Bioethanolproduktion und der Landwirtschaft, wie z.B. Stroh. In Wernigerode werden laut Mitteilung 26 Erdgasbusse den neuen Biokraftstoff tanken und damit einen wichtigen Beitrag leisten, um den öffentlichen Personennahverkehr im Harzkreis klimafreundlich zu gestalten. verbiogas gibt es bereits an Erdgastankstellen in weiteren Städten. Bis 2015 will VERBIO nach eigenen Angaben seine Investitionen erhöhen und seine Produktionskapazität von heute rund 480 Gigawattstunden (GWh) auf dann 2.000 GWh ausbauen.
NRW: Erdgas direkt von VNG
Gewerbe- und Industriekunden in Nordrhein-Westfalen (NRW) können Erdgas ab einem jährlichen Bedarf von 1,5 Millionen kWh online von der VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft (VNG) kaufen. Wie der Lieferant mit Sitz in Leipzig Anfang September mitteilte, sei das Angebot VNG|direkt besonders attraktiv beispielsweise für Krankenhäuser, Pflegeheime, öffentliche Verwaltungen, metallverarbeitende Industrie wie auch produzierendes und verarbeitendes Gewerbe. „NRW ist auf Grund seiner hohen Dichte von Industrie und Gewerbe für uns eine attraktive wettbewerbsorientierte Region“, erklärte Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, Vorstand Gasverkauf des Erdgasgroßhändlers anlässlich des Vertriebsstarts.
