
Newsletter Stromvertrieb 2/2010
Das Interesse an grünen Energieprodukten ist ungebrochen. Doch wächst der Markt für Ökostrom nicht mehr mit der Dynamik wie in den Jahren zuvor. Das ergab die sechste E&M-Umfrage für das Jahr 2009, die jetzt veröffentlicht wurde.
Ökostrom: günstig im Angebot aber auch wirtschaftlich?
Zum Stichtag 1. August 2010 hat die GET AG eine Analyse zu Ökostromangeboten in Sachsen durchgeführt. Ermittelt wurden die günstigsten* Angebote je PLZ bei Lieferung von jährlich 4.000 kWh Ökostrom an SLP-Kunden in Netzen der Niederspannung. Die Jahreskosten (netto) bewegen sich dabei zwischen rund 658 und 730 Euro. Die Netto-Rohmarge der Lieferanten (abzgl. der Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, KWK-Abgabe und EEG-Umlage**) dagegen beträgt lediglich zwischen 3,82 und 6,12 Ct/kWh. Davon müssen sämtliche weitere Aufwendungen wie Vertriebs- und Beschaffungskosten berappt werden.
Ökostrom in Sachsen
Günstigstes Ökostromangebot je PLZ (Stichtag: 1. August 2010)

*Vorkasse-Produkte fanden keine Berücksichtigung
**An dieser Stelle sei angemerkt, dass die EEG-Umlage von Ökostromlieferanten nicht gezahlt werden muss, wenn der Ökostrommix zu mehr als 50% aus Anlagen gemäß EEG besteht (siehe §37 EEG). In diesem Fall erhöht sich die Rohmarge um 2,047 Ct/kWh.
Wechselaffinität: Ökostrom unterschiedlich gefragt
Der Bezug von Ökostrom spielt in Sachsen eine geringere Rolle als im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dies ist das Ergebnis einer Wechseldatenanalyse* für den Monat Juni 2010. Zwar wurden online für das Gebiet des Freistaates fast doppelt so viele potentielle Preisanfragen von wechselwilligen Kunden gestellt. Doch war das Kriterium der Lieferung von Ökostrom in nur 0,63 Prozent der Fälle von entscheidender Bedeutung – in NRW bei 4,42 Prozent. Vergleicht man im selben Zeitraum die Großstädte München und Berlin miteinander, liegt die Bundeshauptstadt bei Ökostromanfragen vorn. Während an der Isar 6,58 Prozent den Wechsel von der Belieferung mit „grünem” Strom abhängig machen, sind es an der Spree schon 8,75 Prozent.
*Bereits seit mehreren Jahren erhebt die GET AG bundesweit differenzierte Daten zu Onlineanfragen wechselwilliger Kunden und bietet mit dem Wechselmonitor gezielte Marktanalysen je nach Gemeinde-, Netz- oder Vertriebsgebiet.
Hamburg will grüneren Strom
Die Stadt Hamburg beschafft weiterhin für alle städtischen Gebäude Strom aus Erneuerbaren Energien. Wie die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mitteilt, will man dabei allerdings nicht mit so genannten RECS-Zertifikaten (Renewable Energy Certificate System) arbeiten, sondern den Strom über den Lieferanten direkt aus dem Kraftwerk für Erneuerbare Energien beziehen und damit dazu beitragen, Anreize für Investitionen in neue Erzeugungsanlagen für Ökostrom zu schaffen. Für die Beschaffung führt die Stadt derzeit eine europaweite Ausschreibung durch, die von HAMBURG ENERGIE begleitet wird. Es gehe um die Jahre 2011 und 2012 und rund 336 Gigawattstunden elektrische Energie, die pro Jahr verbraucht werden, heißt es. Im Klimaschutzkonzept hat sich Hamburg festgelegt, bis 2012 zwei Millionen Tonnen CO2 gegenüber 2007 einzusparen.
Vattenfall: Aus für alte Nachtspeicherheizungen
Mit 350 Euro unterstützt Vattenfall laut einer Unternehmensmitteilung seit Mitte des Monats Berliner Haushalte, die ihre ältere, wenig effiziente Nachtspeicherheizung abschaffen und eine neue Energieanlage anschaffen wollen. Diese Unterstützung ist nicht an ein Vertragsverhältnis mit Vattenfall gebunden, heißt es von Seiten des Energieversorgers. Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die sich für eine grüne Wärmepumpe als Ersatzprodukt entscheiden, erhalten zusätzlich 500 Euro. „Die Hauptstadt hat ambitionierte Klimaziele. Mit dieser neuen Aktion zeigen wir erneut, dass wir uns der Verantwortung als Energiepartner dieser Stadt bewusst sind”, erklärt Dr. Werner Süss, Vorsitzender der Geschäftsführung von Vattenfall Europe Sales. Auch mit der Wohnungswirtschaft sei das Unternehmen in ersten Gesprächen, um auch dort das Thema Nachtspeicherheizungen anzugehen. In Berlin sind nach Angaben von Vattenfall etwa 25.000 Nachtspeicherheizungen in Betrieb, davon rund 70 Prozent in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Mehrfamilienhäusern mit bis zu 20 Wohneinheiten.
TelDaFax schnürt SommerPakete
Während des gesamten Sommers, vom 1. Juli bis zum 30. September 2010, bietet TelDaFax seinen Neukunden SommerPakete an. Damit können sich Verbraucher einen Arbeitspreis von 16 Cent pro Kilowattstunde sichern, so der Energieversorger in einer Unternehmensmitteilung. Die TelDaFax SommerPakete sind in den Größen S, M, L oder XL mit vier verschiedenen Volumen erhältlich: 1.000 Kilowattstunden für 160 Euro, 2.500 Kilowattstunden für 400 Euro, 4.000 Kilowattstunden für 640 Euro und 5.500 Kilowattstunden für 880 Euro. „Mit unserem Sommerangebot entsprechen wir unserer Philosophie, den individuellen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden. Daher bieten wir verschiedene Paketgrößen für verschiedene Haushaltsgrößen an”, so Klaus Bath, Vorstandsvorsitzender der TelDaFax Holding AG.
Bei einem Minderverbrauch verfällt die Differenz zu dem bereits eingekauften Volumen. Deshalb sollte der Verbraucher laut TelDaFax darauf achten, sich kein zu großes Paket zu bestellen. Liegt sein Verbrauch aber über dem Paketvolumen, zahlt er keinen überteuerten Verbrauchspreis: Dann nämlich greift sein bei der Beauftragung gewählter Rabatt-Tarif, wie ihn TelDaFax üblicherweise anbietet.
