Indikation: Übertragungsnetzbetreiber passen Entgelte für 2022 nach oben an

Anfang Oktober haben die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) für das Jahr 2022 die vorläufigen Preisblätter veröffentlicht. Demnach steigen die Entgelte für das Übertragungsnetz in Abhängigkeit von der Liefersituation und Regelzone um bis zu rund 20 Prozent.

Die Erhöhungen werden von den ÜNB unterschiedlich begründet: Zum einen wirkten sich der Netzausbau oder Kosten für die Aufrechterhaltung von System- und Netzsicherheit kostensteigernd aus. Auf der anderen Seite erfolge im kommenden Jahr der vierte Schrittbei der Einführung bundesweiter Netzentgelte auf Basis des Netzentgelt-Modernisierungsgesetzes (NEMoG), wobei der bundeseinheitliche Netzentgeltanteil im Jahr 2022 aus 80 Prozent der jeweiligen Kostenbasis (Erlösobergrenze, kurz EOG) der Übertragungsnetzbetreiber errechnet wird. So habe beispielsweise 50Hertz Transmission seine EOG durch gesunkene Kosten für das so genannte Engpassmanagement um circa 2 Prozent (%) reduzieren können. Dennoch führten für die Energiewende notwendige Kostensteigerungen im restlichen Bundesgebiet insgesamt zu einer Erhöhung der Netzentgelte auch bei 50Hertz Transmission, heißt es in einer Pressemeldung des Unternehmens.

Laut Berechnung der GET AG erhöht sich für einen Beispielkunden* der Preis im Höchstspannungsnetz von Tennet TSO um rund 4,79 % und in dem von 50Hertz Transmission um etwa 6,64 %. Hingegen klettern die Kosten bei TransnetBW um circa 14,67 %. Der Preisauftrieb bei Amprion fällt mit rund 19,79 % am stärksten aus.

In Kürze werden die Verteilnetzbetreiber ihre Preisblätter mit den vorläufigen Entgelten für das kommende Jahr veröffentlichen. Das Netznutzungsentgelt der Übertragungsnetzebene hat am Endkundenpreis des Letztverbrauchers einen Anteil von rund fünf Prozent.

*Es gilt die Annahme einer Anlage mit Verbrauch von einer Terawattstunde (TWh) und 7.000 Betriebsstunden (Bnh) pro Jahr. In den Kosten (gemäß Jahresleistungspreissystem) sind die Entgelte für Messstellenbetrieb enthalten. Die Vereinbarung individueller Netzentgelte sei ausgeschlossen.

© redaktion GET AG / mvm