Wärmesektor: BWP fordert mehr energiepolitischen Elan für Klimaschutz

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. (BWP) schätzt die Marktsituation für die Wärmepumpentechnologie grundsätzlich positiv ein: Dank jährlicher Wachstumsraten – vor allem im Neubausegment – von etwa 17 Prozent seit 2016 liegt der Anteil an Wärmepumpen am deutschen Heizungsbestand bei mittlerweile 4 Prozent. Wie der Verband anlässlich seiner aktuellen Studie hinsichtlich der Prognose für den Wärmepumpenmarkt feststellte, zeige sich jedoch auch, dass es für eine erfolgreiche Wärmewende weiterer entschlossener Maßnahmen bedürfe, damit Wärmepumpen ihr volles Potential entfalten könnten.

BWP: Prognose bleibt hinter Zielen des Klimaschutzplans zurück
Die Branchenstudie rechnet laut Pressemitteilung des BWP die Marktentwicklung in zwei Szenarien bis zum Jahr 2050 fort: In einem konservativen Szenario zeige sich, dass unter Beibehaltung derzeitiger Rahmenbedingungen im Laufe von drei Jahrzehnten maximal ein Anwachsen des Wärmepumpenbestandes auf circa 3,7 Millionen Geräte zu erwarten sei. Das wäre gegenüber dem Potenzial der Effizienztechnologie und den Klimaschutzzielen für den Gebäudesektor laut Verband deutlich zu wenig. Deshalb seien in einem progressiven Szenario (siehe Grafik) die Umsetzung einiger derzeit diskutierter Maßnahmen zur Stärkung des Wärmepumpenmarktes angenommen worden:

  • Steuerliche ebschreibung der Gebäudesanierung,
  • verbesserte Förderung erneuerbarer Wärmeerzeuger,
  • Entlastung des Energieträgers Strom von Steuern, Entgelten und Umlagen,
  • Bepreisung von CO2,
  • flexibles Strompreissystem,
  • Weiterentwicklung der energetischen Standards.

Damit würde sich die Marktlage der Wärmepumpe vor allem im Gebäudebestand deutlich verbessern: Mit mehr als acht Millionen Wärmepumpen käme die Effizienztechnologie bis zur Mitte des Jahrhunderts auf einen Anteil am Gesamtheizungsabsatz von rund 47 Prozent.

Um einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, wie es der Klimaschutzplan vorsehe, wäre allerdings ein Gerätebestand von etwa 16 Millionen Wärmepumpen erforderlich, so der BWP unter Berufung auf aktuelle Studien, wie etwa „Wärmewende 2030“ der Agora Energiewende und „Klimapfade für Deutschland“ des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V (BDI). Von Politik und Gesellschaft wäre dazu allerdings ein massives Umlenken zu mehr Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Wärmemarkt erforderlich, heißt es von Seiten des Verbandes weiter.

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